9. Etappe von Westerland (NL) nach Lauwersoog

Wie gehabt läutete um 06:30 Uhr unser Hans zum Aufstehen. Das Frühstück wurde genossen und dann machten wir uns fertig. Alles lief geordnet und wir werden immer schneller.
Pünktlich um 9 Uhr waren wir an der Rezeption, ausgecheckt, Foto gemacht und Hans in Richtung Harlingen geschickt.

Die ersten Schmerzen im Hintern und den Beinen machen sich langsam bemerkbar also beschlossen wir es heute ruhig anzugehen.

Die Fahrt ging in Richtung eines irren langen Deiches zwischen der Nordsee (links) und dem Ijselmeer (rechts). Absolut sehenswert! Wir waren gut drauf und begannen mit der „Überfahrt“.

Nach 3 Kilometern war aber auch schon wieder Schluss. 🤭 Durch Bauarbeiten am Deich und dem Fahrradweg war dieser gesperrt. Naja, hätten wir den holländischen Schildern vor 3 Kilometern mal Beachtung geschenkt und nicht so viel gequatscht. 😃

Tja nun standen wir da wie die Blöden. „Was nun?“ „Wie kommen wir da rüber?“

Also erstmal zurück – 3 Kilometer umsonst. Aber da kam uns der nette Bauleiter schon entgegen und die erst Frage war: „Wo kommt ihr den wech?“ Dann erklärte er uns das der Weg für Fahrräder komplett gesperrt ist bis in 8 Kilometer Entfernung, aber es fährt ein „Fietsenbus“ und bringt uns dorthin.

Schnell ging es bis zum nahegelegenen Supermarkt und da stand unsere Rettung – der „Fietsenbus“. Auch hier wurden wir charmant begrüßt mit „Na ihr seid leider zu spät. Der Bus fährt immer um 10 Uhr“ (es war 10:05 Uhr) sagte der Fahrer mit schelmischem grinsen und erklärte uns das er uns schon auf dem Hinweg sah und quasi auf uns gewartet hatte, weil er wusste das wird nix mit den Beiden. 😂

Der Fahrer war echt spitze. Schnell verlud er die Räder in den Anhänger, verschnürte diese und dann ging’s los. Anschnallen war nicht sein Ding aber musste sich ja auch ab und zu mal umdrehen während der Fahrt, um mit uns zu quatschen. Wir erfuhren, dass der gesamte Deich eine Länge von 32 km hat und das dieser teils unterbrochen wird damit die Fische dort durchkönnen. Außerdem das der komplette Damm für Fahrräder in einem Monat durchgängig gesperrt wird. Das 3 große Fahrradvereinigungen der Region sich beschwert haben, dass man kein Rad fahren kann und deshalb dieser Busshuttle eingerichtet worden ist. Übrigens kostenfrei.

Nach 8 km kamen wir an unserer Haltestelle auf dem Damm an, schnappten die Räder, um endlich losfahren zu können. Der Busfahrer wünschte uns das Beste und wir ihm auch – er war echt ne Wucht.

Auf dem Damm herrschte natürlich ordentlich Wind von vorn und wir quälten uns über diesen. Aber es war echt die Mühe wert. Absolut wunderbare Aussicht und beeindruckend.

Leichter Nieselregen und dämlicher Wind von vorn rechts war den ganzen Tag unsere Begleitung.

Nach dem wir den Deich überquert hatten, erreichten wir Zurich. Mit der fast Namensgleichheit mit der schweizerischen Stadt wird kokettiert und wir entdeckten die “Züricher Bank“ 😉.

Weiter ging es Richtung Harlingen. Aber schnell ging es bei diesem Wetter heute nicht.

Aber auch Harlingen haben wir erreicht. Auch diese Stadt machte einen netten Eindruck, schöne friesische Häuser, charmante Innenstadt und eine alte Kirche. Auch diese ist einen Besuch wert.

Dann durften wir uns endlich im schön warm geheizten Tourmobil bei Hans aufwärmen und zu Mittag essen und nen warmen Kaffee trinken.

Kurz gestärkt ging es weiter. Diesmal durch endlose Deichlandschaften, hunderten von Schafen und der dazugehörigen Schafskacke. Die Räder sehen dementsprechend aus und bedürfen mal ner Reinigung.

Aber auch diese Landschaft hat seinen Reiz und die Schafe mit ihren Lämmern sind echt putzig. Aber der Wind nahm weiter zu, der Regen auch also war der Rest der Fahrt echt nen Krampf.

Hans wartete nochmal unterwegs auf uns an der Straße. Er wurde von der niederländischen Polizei “kontrolliert„ und aufgefordert das Tourmobil etwas vorzufahren am Straßenrand, damit sie in Ruhe blitzen können. 😉

Schnell im Auto Linola drauf, Wasserflaschen aufgefüllt und wieder in die endlosen Weiten der Schafsweiden. 😃

Die letzten 40 km waren echtes Kämpfen und wir redeten nicht allzu viel miteinander. Aber wir haben es gegen 19 Uhr tatsächlich geschafft in Lauwersoog anzukommen.

Hans machte schnell eine heiße Kartoffelsuppe und wir duschten heiß und dann genossen wir den Ausklang des Tages. Wärme kann soooo schön sein.

Viel Spaß beim Bilder anschauen.

Euer Team von Freunde Radeln: Jan und Steffen sowie der guten Seele HANS

Streckendaten

Abfahrtsort:Westerland (NL) am Amstelmeer
Zielort:Lauwersoog
Distanz:123 km
Höhenmeter:220 m
Zeit:6 Std. 11 Min.
Durch. Geschw.:20 km/h

Tageseindrücke in Bildern