4. Etappe von Boulogne sur Mer nach Camping de la Plage in Marck über Grand–Fort–Philippe

Der Tag begann wie bisher die letzten Tage kurz vor sieben, da Hans und Jan immer vor dem Wecker wach wurden. Jan bereitete den Kaffee zu und Hans deckte den Frühstückstisch.

Heute stand eine geplante Wegstrecke von 59 Kilometern auf dem Plan. Aus diesem Grund ließen wir es entspannt angehen und starteten kurz nach 09:00 Uhr.

Die erste Hälfte der Strecke führte uns auch heute wieder bis auf eine Höhe von 120 Meter über den Meeresspiegel. Dies war bei Cap Blanc – Nez, welches wir uns nur von weitem anschauten, da wir oben völlig deprimiert ankamen als uns mehrere Radfahrer Ü60 überholten bzw. die Anstiege durchfuhren.

Was wir sehr gut fanden und uns belohnte, war natürlich die Abfahrt welche wir mit 57 km/h.

über 2,5 km genossen. Leider wurden wir auch hier wieder von einem älteren Herrn mit mehr als 65 km/h überholt (echt irre🚴🏼‍♂️ ). Dieser Fahrer hat im übrigen noch einen VW Golf in der nächsten Ortschaft überholt. 🤪

Nun gut. Zum Glück sind die extremen Berge und Anstiege für uns Flachlandradler vorüber.

Weiter ging die Fahrt entspannt Richtung Calais. Wir haben dies alles echt entspannt gemacht da die Entfernung nicht weit war.

Zwischendurch genossen wir einen Kaffee in einem französischen – nennen wir es mal ein Café mit Lottoladen. Der Betreiber war nett aber: naja ganz reinlich war es nicht. Steffens Kaffeelöffel hatte noch die Reste des Vorgängers dran und der mitgelieferte Zucker sah auch schon mehrfach benutz aus. Egal der Kaffee hat uns gutgetan.

Bei Sonnenschein erreichten wir Calais gegen Mittag. Hauptanziehungspunkt ist natürlich der riesige Fährhafen, aber wir wurden auch mit einer netten Innenstadt, einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert, einem Leuchtturm und leckeren 3 Fach frittierten Pommes überrascht. Calais machte einen netten Eindruck und die Pommes waren super lecker.

Nach Calais wurde unsere Fahrt entlang des Ärmelkanals fortgesetzt. Überdimensionale Reste von Stellungen der Weltkriege wurden vorgefunden und die Franzosen renaturieren diese Gebiete. Es siedeln sich eine Menge Seevögel dort an und Flora und Fauna machen einen gesunden Eindruck.

Nachdem wir eine ehemalige Stellung erklommen hatten und die grandiose Sicht über das Meer genossen mussten wir über eine sogenannte Nebenstraße unsere Fahrt fortsetzen. Wir empfehlen das nicht wirklich. Loser Untergrund mit riesigen Löchern, Schutt und allem anderen nicht wirklich guten Sachen für unsere Räder und unsere Nackenmuskulatur.

Es waren nur 5 Kilometer, aber die zogen sich ewig hin, weil man definitiv nicht schnell fahren konnte.

Danach konnten wir entlang einer vernünftigen Straße unsere Fahrt fortsetzen und erreichten unseren Campingplatz wie abgesprochen gegen 15 Uhr. Wir suchten Hans und unser Wohnmobil und mussten mit Entsetzen feststelle, das Hans nicht da ist. Also Telefon raus und Anruf bei Hans.

Hans war entspannt und sagte das er schon alles am Platz hergerichtet hat und wartet. Nur wir sahen Hans nicht. Mehr Austausche von Koordinaten und sichtbaren Kirchen usw. ergab letztendlich- Jan und Steffen waren schon 10 Kilometer zu weit gefahren und auf dem falschen Campingplatz mit demselben Namen angekommen.

Also ging es zurück 😳 – Google Maps angeworfen und los. Es ging auch die ersten 4 Kilometer gut nur das uns die grandiose Navigationstechnik durch ein Naturschutzgebiet entlang des Strandes mit Sanduntergrund, Sanddornsträuchern und allem möglichen Gesträuch was piekst und sticht herausforderte (🚲schieben war angesagt). Es ging definitiv nur schiebend voran und forderte tatsächlich Reserven ab da die Getränke auch fast aufgebraucht waren. Steffen und Jan hatten bei dieser Anstrengung keine Zeit zum quatschen und hofften nur heil und endlich herauszukommen. Hätte nur die Flut noch gefehlt.

Nach endlosen Kilometern erreichten wir dann endlich unseren Hans auf dem richtigen Campingplatz.

So wurde aus einer, gedacht entspannten Etappe ein doch noch anstrengender Tag.

Zum Abendbrot gab es Rührei – das Hans sich wünschte. Lecker war es, aber wir sind platt.

Viel Spaß beim Bilder anschauen.

Euer Team von Freunde Radeln: Jan und Steffen sowie der guten Seele HANS

Streckendaten

Abfahrtsort:Boulogne sur Mer
Zielort:Camping de la Plage in Marck
über Grand–Fort–Philipp
Distanz:72 km
Höhenmeter:449 m
Zeit:5 Std. 21 Min.
Durch. Geschw.:13,3 km/h

Tageseindrücke in Bildern